Argumentationshilfen für Sammler

Es ist völlig normal: Wenn Sie Menschen um Geld bitten, werden Sie auch Ablehnung erfahren. Nehmen Sie das nicht persönlich!

Den meisten Personen fallen viele Gründe ein, nicht zu spenden. Einige davon, werden Ihnen immer wieder begegnen. Oft verbergen sich hinter Aussagen ganz bestimmte Fragen, Erfahrungen oder Enttäuschungen. Es lohnt sich daher, sich auf das eine oder andere "Gegenargument" vorzubereiten. Dann können Sie auch in solchen Situationen kompetent und professionell reagieren. Einige Beispiele haben wir hier für Sie zusammengetragen:

Einwand 1: "Die Kirche kommt immer nur dann, wenn sie etwas will."
Hintergrund: Oft steckt hinter dieser Aussage die Enttäuschung, dass etwa nicht mehr Besuche durch kirchliche Funktionsträger stattfinden oder dass eine Einrichtung oder ein Dienst eingestellt werden musste.
Argumente: Nennen Sie Beispiele, wo Kirche und ihre Diakonie ungefragt helfen, z.B. in der Jugendarbeit, in der Seniorenhilfe usw. Im Faltblatt zur Straßensammlung sind oft konkrete Bereiche genannt. Informieren Sie Ihren Pfarrer oder Superintendenten! So können Sie eine wichtige Anregung zur Verbesserung der kirchlichen oder diako-nischen Arbeit geben.

Einwand 2: "Ich weiß gar nicht, ob mein Geld ankommt."
Hintergrund: Manche Spendenorganisationen geben nur ungern Auskunft über finan¬zielle Dinge. Das verunsichert. Finden Sie heraus, was genau Ihr Gesprächspartner wissen will!
Argumente: Jeder Spender hat ein Recht darauf zu wissen, was mit seinen Spen-dengeldern passiert. Geben Sie Auskunft darüber, wie die Samm-lungsgelder aufgeteilt werden. Nennen Sie konkrete Beispiele aus der Region. Verweisen Sie auf das Sammlungsfaltblatt in denen Beispiele zur Verwendung der Gelder genannt werden.

Einwand 3: "Ich zahle schon Kirchensteuer. Reicht Ihnen das nicht?"
Hintergrund: Kirchensteuer wird oft als "Strafsteuer" angesehen und als etwas Abstraktes, nicht Nachvollziehbares empfunden. Die Verwendung dieser Gelder erfolgt auch nur zum Teil in der jeweiligen Heimatge-meinde.
Argumente: Danken Sie Ihrem Gesprächspartner zunächst dafür, dass er mit seiner Kirchensteuer zum Erhalt kirchlicher und kirchlich-sozialer Arbeit beiträgt. Verdeutlichen Sie, dass durch die Kirchensteuer ein umfangreiches Angebot an sozialer, diakonischer oder kirchlicher Arbeit ermöglicht wird. Nennen Sie lokale Beispiele! Erklären Sie, dass sich trotz sparsamen Haushaltens die Handlungsspiel¬räume verkleinern, da aus verschiedenen Gründen die Einnahmen leider immer weiter zurückgehen. (Anmerkung: die Einnahmen gehen nicht trotz sparsamen Haushaltens zurück). Zudem zahlt nur ein Teil der Kirchenmitglieder tatsächlich Kirchensteuer. Eine Fülle von Projekten benötigen daher auch Spenden. Nennen Sie auch hierfür ein konkretes, lokales Beispiel oder orientieren Sie sich am Sammlungs-Faltblatt!

Einwand 4: "Ich bin nicht in der Kirche."
Hintergrund: Viele Gesprächspartner glauben, dass Spenden an Kirche und Dia-konie auch nur Mitgliedern der Kirche zu Gute kämen oder gar dass die Kirchenzugehörigkeit eine Voraussetzung wäre, um an kirchliche Organisationen zu spenden.
Argumente: Die soziale Arbeit der Evangelischen Kirche ist grundsätzlich über-konfessionell. Ziel ist es, jedem zu helfen, der Hilfe braucht - unab-hängig vom Ansehen der Person, Religionszugehörigkeit oder politi-scher Einstellung. Nennen Sie Beispiele für dieses Handeln, z.B. den örtlichen Kindergarten, die Schwangeren-Konfliktberatung, die Telefonseelsorge ...

Einwand 5: "Ich habe schon gespendet."
Hintergrund: Dieser Einwand wird oft benutzt, weil die Person entweder tatsächlich viel spendet oder aber weil sie noch nicht sicher ist, ob die Kirche oder die Diakonie tatsächlich die "richtige Empfängerin" ist.
Argumente: Loben Sie zuallererst das Engagement! Jede Spende ist ein Ausdruck christlicher Liebestätigkeit. Im Vordergrund steht die Idee, dass Men-schen, die Hilfe brauchen, Rat und Unterstützung erfahren. Bieten Sie trotzdem das Sammlungsfaltblatt an. Vielleicht wird Ihr Gesprächs-partner im nächsten Jahr für die soziale Arbeit der Evangelischen Kirche spenden.

Haben Sie noch andere Erfahrungen gemacht? Bitte senden Sie uns Ihre Beispiele zu (Online-Redaktion: dirk.buchmann@ekmd.de). Dann können wir diese "Argumentationshilfen" Stück für Stück fortschreiben.